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Im Zeichen des Seepferdchens – eine Dokumentation der Queeren Ringvorlesung 2018

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Nach Einhorn und Flamingo steht das Programm der Queeren Ringvorlesung 2018 im Zeichen des Seepferdchens. Vorträge, ein Tanz-Workshop, ein Foto Projekt und eine Filmvorführung bieten die vielfältige Ausgangsbasis für Diskussionen, Berichte und Reflexionen auf Themen der geschlechtlichen Identität, Mechanismen des Ausschlusses und Diskriminierungszusammenhänge, auf Buntheit, Vielfalt und Selbsterfahrungen rund um Gender und Sexualität. Die Themen sind weit gestreut, denn es soll möglichst für alle etwas dabei sein und auch nicht-akademische Auseinandersetzungen und Zugänge sollen ermöglicht werden. Publikum, Teilnehmende und Sprecher_innen setzen sich immer wieder neu zusammen und bringen ihre Anliegen vor. Besonders intensiv wird bei der Gesprächsrunde über eine „Dritte Option“ diskutiert. Als Mitarbeiterin der Gleichstellungsbeauftragten der Leuphana Universität berichtet Valentina Seidel über den Diskussionsstand und die Perspektiven anlässlich der bevorstehenden Gesetzesänderung zur Eintragung eines weiteren, positiven Geschlechts. Neben den Eintragungen „weiblich“ und „männlich“ und der Möglichkeit, keine Eintragung vorzunehmen, soll bundesweit eine dritte Option geschaffen werden, die etwa intersexuelle Personen wahrnehmen können, welche sich biologisch keinem der beiden Geschlechter zuordnen lassen und diese auch nicht anstreben. Sieht so der erste Schritt in Richtung selbstbestimmte Geschlechtseintragung aus? Und was würden diese Änderungen im Rahmen einer Hochschule wie der Leuphana mit sich bringen, wo Geschlechtseintragungen und -abfragen von Evaluierungszetteln bis Immatrikulationsbescheinigungen zum alltäglichen Prozedere gehören? Was bedeuten diese Eintragungen im Hochschulalltag für Trans*- Personen, die sich im Prozess der Transition, also im Übergang von einem Geschlecht in ein anderes befinden oder diesen bereits abgeschlossen haben? Wie steht es bislang um nicht-binäre Menschen, die sich nicht als „weiblich“ oder „männlich“ zuordnen können oder wollen? An welcher Stelle ist eine solche Eintragungen wirklich notwendig, in welcher Form soll sie umgesetzt werden und wie kann die Gefahr des Zwangs-Outings vermieden werden? In offener Runde wurden Vorschläge von Studierenden und Lehrenden gesammelt und diskutiert, wobei viele der Anwesenden auch ihre eigenen Erfahrungen und Wünsche miteinbringen konnten. Auch wenn im Laufe der Gesprächsrunde noch keine abschließenden Beschlüsse festgehalten werden konnten, ist die Möglichkeit zum Austausch und das gegenseitige Anhören ein wichtiger Schritt in Richtung einer Hochschulpolitik, die sich der Förderung eines diversen, gewalt- und diskriminierungsfreien Umfelds für Lehre und der Ermöglichung eines selbstbestimmten Studiums verschreibt.

Das Programm der Queeren Ringvorlesung wird jedes Jahr von den Mitgliedern des QuARG (queer, awarness, equal rights, gender matters!) organisiert: Mo, Juli, Claudia, Lynn, Clara und Janne. Falls du Lust hast uns kennenzulernen,  Wunsch nach eigenem Engagement besteht oder du dich für unsere Arbeit interessierst, kannst du Kontakt zu uns aufnehmen oder eines der Treffen besuchen, die derzeit jeden zweiten Donnerstag im checkpoint queer oder im Pons stattfinden. Wir freuen uns auf dich! quarg(at)asta-lueneburg.de

Unsere nächste Veranstaltung: Trans* ein unordentliches Gefühl? Vortrag mit Daniel Masch, in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro, am 6. Juni 16:00 uhr in C14.027

 

text: clara wessalowski