Studentische Vollversammlung

Am Dienstag, den 22.01.2019 um 18 Uhr in HS1 findet eine studentische Vollversammlung statt, um eine öffentliche Ausschreibung der Stelle des Präsidenten zu fordern. Dazu sind alle Student*innen herzlich eingeladen. Ihr seid stimm- und antragsberechtig und wir freuen uns schon sehr auf die Diskussionen!


Aber worum geht es eigentlich genau?

Die Amtszeit von Präsident Sascha Spoun läuft Ende April 2020 aus. Im Dezember 2018 hat er im Senat angekündigt für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Rechtlich besteht die Möglichkeit, ihn ohne Ausschreibung für eine weitere Amtszeit von acht Jahren wiederzuwählen. Diese Ankündigung nehmen wir zum Anlass uns für eine öffentliche Ausschreibung der Position der*des Präsident*in der Universität Lüneburg auszusprechen, wo auch Präsident Spoun sich erneut bewerben kann. 


Was ist unsere Kritik?

  1. Nach einer Amtszeit von insgesamt 14 Jahren verfestigen sich Strukturen und werden weniger hinterfragt. Externe Bewerber*innen setzen eigene Akzente. Hierdurch wird auch der amtierende Präsident aufgefordert, dass er seine Rolle kritisch reflektiert, sich dieser bewusst ist und eigene, innovative Ideen für die nächsten Jahre vorschlägt.
  2. Nur ca. einen Monat nach der Ankündigung des Präsidenten findet nun schon die Wahl statt – ohne dass es dazu Pressemitteilungen oder andere öffentliche Stellungnahmen der Universität gab. Dieses Vorgehen ist intransparent.
  3. Wir sind mit Abstand die größte Gruppe an der Uni und sind im Senat – und damit bei der Wahl der*des Präsident*in – (mit nur 3 von 19 Stimmen) unterrepräsentiert. Das ist bei jeder Entscheidung so und aus unserer Sicht undemokratisch!

Wir erkennen die Arbeit von und auch mit Herrn Spoun an und würdigen seinen Dienst für diese Universität, die er maßgeblich geprägt und auch vorangebracht hat. Ohne ihn wäre die Uni nicht da, wo sie heute ist. Trotz aller anzuerkennender Erfolge gibt und gab es diverse Gegebenheiten, die kritikwürdig sind.

Dazu zählt zum Beispiel das Zentralgebäude, dessen Endabrechnung immer noch nicht vorliegt, die aber wichtig bei der Frage zur Wiederwahl von Präsident Spoun ist. Außerdem sind durch das Zentralgebäude lediglich 16 Seminarräume entstanden, obwohl ein solches Gebäude den Raummangel der Uni hätte lösen können. Scheinbar hat Prestige einen höheren Stellenwert als gute Lehre. Das passt auch nicht zum Nachhaltigkeitsanspruch, der nach außen häufig stärker gezeigt als nach innen praktiziert wird. So fliegen z.B. Lehrbeauftragte extra für Seminare durch Deutschland. Ein häufiges Problem ist außerdem die Intransparenz, wie zum Beispiel bei der Schließung des Masterstudiengangs Bildungswissenschaften. Oder eben auch jetzt bei der Ankündigung der Wiederwahl.


Und was passiert jetzt genau?

Am Mittwoch, den 23.01.2019 tagt der Senat wieder. Um 14.30 Uhr geht die Sitzung in C40.256 los. Bis auf wenige Tagesordnungspunkte ist sie hochschulöffentlich. Ab 15.30 Uhr präsentiert sich der Präsident für eine halbe Stunde im Foyer des Zentralgebäudes, danach kann die Hochschulöffentlichkeit Fragen stellen  – also auch ihr! 

Bis dahin geht es darum, das Thema an die Öffentlichkeit zu bringen! Ihr könnt einfach kreativ werden: Die Vollversammlung und die Senatssitzung mit Kreide auf dem Campus bewerben, bei Vorlesungen eure Mitstudis informieren, und in der Mensa einfach Menschen ansprechen und einladen.


Weitere Infos:

Beschluss zur öffentlichen Ausschreibung der Präsident*innenstelle des StuPa vom 16.01.2019:

Die Amtszeit von Präsident Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun läuft Ende April 2020 aus. Im Dezember 2018 hat Präsident Spoun im Senat angekündigt für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Gemäß § 38 Abs. 4 Niedersächsisches Hochschulgesetz (NHG) besteht die Möglichkeit den*die amtierende*n Präsident*in ohne Ausschreibung für eine weitere Amtszeit von acht Jahren wiederzuwählen. Die Ankündigung von Präsident Spoun im Dezember 2018 im Senat nehmen wir zum Anlass uns für eine Ausschreibung der Position der*des Präsident*in der Universität Lüneburg auszusprechen, wo auch Präsident Spoun sich erneut bewerben kann. Wir sprechen uns insbesondere aus folgenden Gründen für eine Ausschreibung aus:

  1. Nach einer Amtszeit von insgesamt 14 Jahren (1. Wahl = sechs Jahre, 2. Wahl (1. Wiederwahl) = acht Jahre) haben sich Handlungsabläufe und Prozesse etabliert und werden nicht kritisch genug hinterfragt. Dem wird eine öffentliche Auschreibung sowie ein offenes Berwerbungsverfahren entgegenwirken.
  2. Externe Bewerber*innen setzen eigene Akzente. Hierdurch wird auch der amtierende Präsident aufgefordert, dass er seine Rolle kritisch reflektiert, sich dieser bewusst ist und eigene, innovative Ideen für die nächsten Jahre vorschlägt.
  3. Wir wollen mit der Neuwahl die programmatische Debatte um den weiteren Weg der Universität führen und möglichst viele MItglieder der Universität dazu einladen, sich daran zu beteiligen.


Weitere Infos zu Kritik am Studienmodell oder auch konkret am Zentralgebäude findet ihr unter: https://asta-lueneburg.de/wp-content/uploads/Festschrift_EineUniversit%C3%A4tf%C3%BCrdas21.Jahrhundert.pdf

Mehr Infos zur Studiengangsschließung
https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/881242-uni-will-masterstudiengang-bildungswissenschaften-abschaffen

Mehr Infos zur Endabrechnung des Zentralgebäudes:

Ein kleiner Rückblick:
2007 liegen die geplanten Kosten für das Zentralgebäude bei 56 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für 2011 geplant. Es gibt viele Debatten um die Finanzierung, u.a. von Landtag, Kreistag und Stadt. 2011 gibt es dann die Baugenehmigung, die vorgesehene Fertigstellung wird auf 2014 angesetzt. Es kommt zu regelmäßigen Verschiebungen und Kostensteigerungen. Im Januar 2015 wird das Richtfest gefeiert, 2017 wird das Zentralgebäude eingeweiht, während von weiteren Kostensteigerungen in der Presse zu lesen ist.

Die Endabrechnung für die Kosten sollte bis Mitte 2018 fertig sein. Nachdem diese Deadline auf Ende 2018 verschoben wurde, wurde sie nun ein weiteres Mal nach hinten datiert: Im April 2019 soll endlich transparent werden, wie viel der Neubau tatsächlich gekostet hat. Einschätzungen zufolge sollen es über 100 Millionen Euro geworden sein.
Das Gebäude ist eher als Kunstwerk, anstatt funktional angelegt: Flure führen in Flure, die in Flure führen und Räume sind teilweise nur halb nutzbar, weil sie von Schrägen durchlaufen werden, die zum Rutschen einladen. Insgesamt wurden 16 Seminarräume geschaffen, die den Raummangel an der Universität nicht auffangen können. Folge könnte sein, dass es mehr Veranstaltungen zu den Randzeiten geben wird (8 Uhr morgens und abends) und der Gremienfreie Mittwochnachmittag weiter eingeschränkt werden könnte. Bisher durften Mittwochnachmittags keine verpflichtenden Veranstaltungen angeboten werden, damit die Student*innen die Möglichkeit haben, sich in Initiativen und Hochschulpolitischen Gremien zu engagieren.

Anstelle von Seminarräumen, gibt es eine riesige Eingangshalle, die beheizt und belichtet werden muss. Es gibt keine Sitzmöglichkeiten, aber einen Flügel, der frei bespielt werden kann. In einer der oberen Etagen gibt es einen Meditationsraum und es soll noch ein Café intergriert werden. Zu welchem Preis dort welche Produkte angeboten werden sollen, weiß man noch nicht. Große Kritik ist, dass es wenig Angebote für Studierende gibt.
Zielgruppe sind eher Veranstalter*innen, die die Räumlichkeiten für viel Geld mieten können (5600 Euro + extra Kosten).
Diese Kritik ist so zentral, da der Raummangel an der Universität stätig bemerkbarer wird: In der Bibliothek gibt es nicht genug Plätze, um in Ruhe zu arbeiten, die Warteschlange an der Mensa ist zeitweise so lang, dass es sich für manche nicht mehr lohnt, in einer halben Stunde zur Mittagspause zu gehen.

Es ist wenig über all diese (positiven sowie negativen) Fakten von hochschulseite öffentlich gemacht worden. Die meisten Informationen stammen aus der Kritischen Festschrift, die in der Bib ausgeliehen werden kann, online frei verfügbar ist, oder im AStA Büro als Buch erworben werden kann.

Hintergrund konkret zum Zentralgebäude:

ZG1

ZG2

ZG3


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