„Was ist eigentlich noch real?!“ – Ein Bericht über Alice im Anderland

„Mein Name ist Alice, und ich werde sie alle verbrennen.” Als diese Worte am 17.06.2018 fielen, ging eine große Erleichterung, aber auch Melancholie durch die Mitglieder des Theaterreferates des allgemeinen Student*innenausschusses an der Leuphana Universität Lüneburg. Nach 9 Monaten Arbeit schloss großer Applaus aus dem Publikum die aktuelle Produktion des Stückes „Alice im Anderland“, geschrieben von Stefan Altherr, ab.

„Alice im Anderland“ spielt einige Jahre nach den von Lewis Carroll beschriebenen Erlebnissen. Nachdem Alice ein Feuer in ihrem Haus legte, bei dem ihre Eltern und ihre Katze ums Leben kamen, wird sie in eine Nervenheilanstalt eingeliefert. Dort trifft sie viele ihrer alten Gefährt*innen und beschließt, zusammen mit ihnen gegen die Herzkönigin vorzugehen, eine Nachtschwester, die mit ihrem Handlanger zusammen die Insassen foltert. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie mit ihrem Vorhaben nur gegen Wände zu laufen zu scheint. In einer letzten verzweifelten Aktion greift sie erneut zum Feuer.

Zwei Semester dauerte die Produktion, in die alle Beteiligten viel Herzblut und vor allem viel Zeit steckten. Die Entscheidung, diese über zwei Semester anstatt wie zuvor üblich nur über ein Semester zu strecken, stellte sich dabei aber als eine sehr gute heraus: Dadurch ermöglicht wurde unter anderem eine lange Phase der Rollenfindung, die dazu führte, dass jede*r eine zu ihr*ihm passenden Rolle auf die Bühne bringen und ausfüllen konnte, wofür wir am Schluss auch Bestätigung durch das Publikum erhielten.

Doch zu diesem Zeitpunkt ahnte vermutlich noch niemand, wie aufwändig die Arbeit an diesem Theaterstück werden würde. Schnell wurden die Proben immer länger, die Zeit, die in Bühnenbild, Requisiten und Kostüme auch neben den wöchentlichen Treffen gesteckt wurde, immer mehr. Aber all das stärkte natürlich auch den Zusammenhalt unserer Gruppe. Nicht zuletzt auf dem gemeinsamen Probenwochenende in Hannover zeigte sich, dass wir uns alle noch nicht gegenseitig an die Kehle springen, sondern auch noch viel miteinander lachen können.

Und so kamen die Wochen der Aufführungen, vor denen fast täglich geprobt wurde und für den Aufbau und Abbau der Bühne im Roten Feld zwölf-Stunden-Schichten geschoben werden mussten. Doch als wir dann auf der Bühne standen, waren all diese Anstrengungen quasi vergessen. Egal, wie chaotisch es manchmal war, nun zählte es, das, worauf wir die ganzen zwei Semester hingearbeitet haben, auf die Bühne zu bringen und das Publikum mitzureißen.

Anscheinend hat dies funktioniert, mit so viel positivem Feedback, welches wir im Anschluss an jede einzelne Vorführung bekommen haben, haben wir eigentlich gar nicht gerechnet. Und damit liegt nun eine Produktion hinter uns, die zwar anstrengend war, aber noch viel mehr und vor allem Spaß bereitet hat, an der wir gewachsen sind und sehr viele neue Freunde gewonnen haben. Dass dies jetzt vorbei ist, fällt uns noch immer ein wenig schwer zu realisieren, auch wenn die Zahl der Textzeilen aus dem Stück, die man sich bei Gesprächen gegenseitig an den Kopf wirft, langsam weniger wird.

Fehlt also nur noch, uns bei allen zu bedanken, die an einem oder sogar mehreren unserer Aufführungstermine zugeschaut haben, uns bei der Organisation in irgendeiner Form unterstützt haben und bei unseren Mitbewohner*innen und Freund*innen, die Verständnis dafür hatten, wenn wir wieder einmal Mittwoch Abends zu spät nach Hause kamen oder Verabredungen absagen mussten, weil doch nochmal eine spontane Probe angesetzt wurde.

Und wenn ihr jetzt vielleicht sogar selbst Interesse bekommen habt, Teil dieses großartigen Teams zu werden, haltet zu Beginn des Wintersemesters Ausschau auf den offiziellen AStA-Kanälen und auf unserer Facebookseite. Dort erfahrt ihr dann, wann wir uns im neuen Semester das erste Mal treffen. Wir freuen uns auf euch!

Bis nächstes Jahr!
Euer Theaterreferat.

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