Wir erinnern Enver Şimşek

WIR ERINNERN AN ENVER ŞIMŞEK! Heute vor 20 Jahren wurde Enver Şimşek von den NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen. Die rechtsextreme Terrorgruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) ermordete, über 11 Jahre hinweg, 10 Menschen, 9 davon mit Migrationshintergrund. Ebenso wie bei vielen anderen Morden der Serie gingen die Ermittler*innen auch im Fall Şimşek lange von Verbindungen zur Drogen- oder Mafiakriminalität aus.
Die weiteren Opfer der Mordserie waren: Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü und Habil Kılıç (2001), Mehmet Turgut (2004), İsmail Yaşar und Theodoros Boulgarides (2005), Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat (2006) sowie die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter (2007).
Bis heute steht die ungenügende Aufarbeitung des Versagens der Sicherheitsbehörden in der Kritik. Neben der falschen Verdächtigung der Opfer, bzw. dem Ignorieren eindeutiger Hinweise eines rechtsradikalen Tatmotivs, wurde sich weiterhin auch im Prozess selbst ausschließlich auf Zschäpe und enge Helfer*innen konzentriert, während mögliche weitere Unterstützer*innen unerkannt blieben. Auch im allgemeinen Umgang mit der Mordserie durch die Presse zeigt sich struktureller Rassismus, indem die Herangehensweise der Polizei nicht groß hinterfragt wurde, sondern die Morde salopp als „Döner-Morde“ betitelt wurden. Auch 20 Jahre nach dem ersten Mord durch den NSU sind noch viele Fragen offen.