Zentralgebäude



Am 11. März 2017 stand nach ungefähr 10-jähriger Planung die Eröffnung des Zentralgebäudes unserer Universität an. Die Planung und der Bau sind von vielen Seiten problembehaftet. Auf dieser Seite sammeln wir noch einmal unsere Positionen und Informationen über die Entstehungsgeschichte des Gebäudes.



Die Entstehung des Zentralgebäudes – Eine Chronik wesentlicher Ereignisse


2006: Das Jahr der Gerüchte

Im Jahr der Amtseinführung von Präsident Sascha Spoun und dem ehemaligen hauptamtlichen Vizepräsidenten Holm Keller gibt es das erste Mal Gerüchte über die Planung eines Zentralgebäudes, die seitens der Unileitung stark dementiert werden – „Das Audimax ist ein Komplettgerücht“ (Holm Keller). Daniel Libeskind – Stararchitekt und späterer nebenberuflicher Professor in Lüneburg – gibt ein Seminar in New York, das sich mit der Entwicklung eines Zentralgebäudes beschäftigt.

2007: Offizieller Beginn der Planungen

Im folgenden Jahr bestätigen sich die Gerüchte: Libeskind präsentiert in seiner Antrittsvorlesung Modelle für ein Zentralgebäude. Eine Baugenehmigung wird eingeholt. Die geplanten Kosten liegen bei 56 Millionen Euro, Fertigstellung soll 2011 sein.

2011: Grundsteinlegung

Am 8. Mai 2011 erfolgt dann nach der Baugenehmigung die Grundsteinlegung mit einer vorgesehenen Fertigstellung 2014. Im selben Jahr manifestieren sich Korruptionsvorwürfe gegenüber Keller, aufgrund einer Prüfmitteilung des Landesrechnungshofs. Dieser kritisiert u.a. das Sponsoring durch die Rheinzink GmbH, einer (ehemaligen) Geschäftspartnerin von Keller und Libeskind, für die Gebäudefassade, weil dadurch der Wettbewerb unterlaufen worden sei. Der Landesrechnungshof schreibt dazu: „Die gegenseitigen wirtschaftlichen Interessenlagen – insbesondere unter Beteiligung des Vizepräsidenten der Leuphana – zeichnen ein Bild, dass das geforderte objektive Beschaffungshandeln einer öffentlich-rechtlichen Stiftung in Zweifel ziehen konnte.“ (Maßnahmeprüfung 1) Würde die Antikorruptionsrichtlinie für öffentliche Einrichtungen gelten, die Stiftungen (wie unserer Uni) nahegelegt wird, wäre von einer Verletzung dieser zu sprechen. Außerdem war die „Bauunterlage nicht abschließend prüfbar“ und der Landesrechnungshof sieht die Finanzierung „nicht als vollständig gesichert“ an. Deshalb empfiehlt er eine erneute Prüfung der Ministerien sowie ggf. alternative Finanzierungsmöglichkeiten.

2013: Gestiegene Kosten, längere Bauzeit

In diesem Jahr wird erstmals von Uni-Seite zugegeben, dass weder Zeit- noch Kostenplan eingehalten werden können. Daraufhin wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur unter rot-grüner Landesregierung eine externe Aufsicht eingestellt. Im selben Jahr ermittelt OLAF, die Anti-Korruptionsbehörde der EU (welche den Bau mit 14 Millionen Euro unterstützt), gegen Keller und stellt einige Unregelmäßigkeiten in Vergabeverfahren sowie mutmaßliche finanzielle Interessen Kellers fest. Daraufhin beginnt die Staatsanwaltschaft Verden Ermittlungen gegen ihn, wegen Untreue und Subventionsbetrug, die aber 2014 eingestellt werden, weil zu wenige Beweise für einen Anfangsverdacht bestehen. Außerdem gibt es die Fortsetzung der Maßnahmeprüfung des Landesrechnungshofs, in der die von der Uni in Anspruch genommenen Beratungsleistungen untersucht werden. Es werden Unregelmäßigkeiten und verfehlte Inanspruchnahmen festgestellt, z.B. die Bevorteilung eines bestimmten Architekten und der mehrfache Verstoß „gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“.

2014: Rücktrittsforderung ans Präsidium

Im folgenden Jahr veröffentlicht dann die Oberfinanzdirektion einen Prüfungsbericht, der erhebliche Planungsmängel feststellte. Außerdem wird festgestellt, dass ein Abriss unter Umständen billiger wäre als der Weiterbau. Dieser Bericht wird von AStA und StuPa als so belastend angesehen, dass sie Sascha Spoun und Holm Keller zum Rücktritt auffordern.

2015: Richtfest

Das Richtfest findet am 19. Januar statt. Dabei stehen zwar nicht alle Gebäudeteile, die finale Bauhöhe von 37 m ist aber erreicht.

2017: Einweihung

Nach zehnjähriger Planung wird der Bau am 31. Januar von der Bauaufsicht abgenommen – die 14 Millionen Euro von der EU sind damit gesichert. Am 11. März folgt nun der „Auftakt zur Eröffnung des Zentralgebäudes“ mit Gästen aus der Wissenschaft und Gesellschaft, Professor*innen sowie ausgewählten Vertreter*innen der restlichen Universitätsgemeinschaft, von 9.000 Student*innen sind dabei zwölf eingeladen. Im Laufe des Jahres wird es dann die Umzüge und Umstrukturierung des Campus geben, damit es zum Wintersemester ganz in den Universitätsbetrieb integriert werden kann.