Zum Abschluss des Semesters haben wir bei der Alternative Lehre noch etwas Politik&Kultur im Angebot. Ein Wochenendseminar zum Theater von Milo Rau. Herzlich Willkommen!

Die Veranstaltung mit dem Titel „Globaler Realismus: Zum politischen Theater von Milo Rau,“ will sich vor allem mit Theater als Produktionsprozess beschäftigen, der den Versuch der Erprobung und Problematisierung gesellschaftlichen Lebens unternimmt. Dabei soll insbesondere nach den Möglichkeiten gefragt werden heutzutage – vor dem Hintergrund der globalen kapitalistischen Dynamiken – Theater politisch zu machen. Diese Frage wollen wir am Beispiel ausgewählter Arbeiten des populären und sich selbst als Marxist verstehenden Theatermachers Milo Rau gemeinsam diskutieren.

Dazu soll zunächst ein Grundverständnis dafür geschaffen werden, welchen
Modalitäten, Ansprüchen und strukturellen Verfahren – ihrer geschichtlichen Genese nach – Theater heute verfolgt. In einem nächsten Schritt wollen wir uns davon ausgehend Schlüsselbegriffe von Raus Theater erschließen, wie den des Globalen Realismus, und einzelne Stücke von Rau (Die letzten Tage der Ceaușescus, Mitleid, Kongo Tribunal) diskutieren. Im Fluchtpunkt soll dabei die spezifische Temporalität des Rau’schen Theaters stehen: der Anspruch „einer völlig wörtlichen Wiederholung der Gegenwart durch die Vergangenheit für die Zukunft.“ Schließen wollen wir Raus Versuch politisch Theater zu machen, gemeinsam kritisch befragen und problematisieren. Dazu sollen Überlegungen zu Bertolt Brechts epischem Theater und kritische Impulse postkolonialer Theorie hinzugezogen werden.

Anmerkung zum Ablauf des Seminars
In dem Seminar möchten wir auf verschiedene Formate zurückgreifen, um uns das Theater von Milo Rau und die Frage nach dem Politischen im Theater zu erschließen. Dazu gehören unter anderem die gemeinsame Lektüre und Diskussion von verschiedenen (meist relativ kurzen) Texten, Inputvorträge von unserer Seite und das gemeinsame Betrachten von Videoaufzeichnungen ausgewählter Arbeiten von Rau (Die letzten Tage der Ceausescus 2009, Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs 2016, Das Kongo Tribunal 2015/2017). Für eine Teilnahme am Seminar ist es nicht notwendig alle Texte vorab gelesen zu haben. Wir würden euch aber bitten nach Möglichkeiten insbesondere „Das Genter Manifest,“ die drei Vorlesungen von Rau sowie Walter Benjamins Überlegungen in „Was ist das epische Theater?“ in Vorbereitung auf das Seminar zu studieren (alle weiteren Texte dienen als weiterführende Hintergrundlektüre). Alle Texte werden wir vorab online zugänglich machen.

Anmeldung über myStudy (https://mystudy.leuphana.de/veranstaltungInformation/show?veranstaltung_id=1107406) oder per Email an .